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Youngsters in Brüssel

Wir bringen die Jugend nach Europa!

Blog Schnuffis

Bereits zum dritten Mal organisierte ich vergangene Woche gemeinsam mit meiner niederländischen Kollegin Sophie In’t Veld das „ALDE Young Visitors Programme“, welches jun­gen Men­schen er­mög­licht, eine Wo­che lang nach Brüs­sel zu kom­men und die EU haut­nah zu er­le­ben. Heuer umfasste das Programm 23 junge Menschen aus 13 verschiedenen Mitgliedstaaten. Auch ich habe zwei junge Mädchen aus Niederösterreich eingeladen, die EU mit all ih­ren un­ter­schied­li­chen Fa­cet­ten kennenzulernen.

Für Studierende gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich an europäischen Austauschprogrammen zu beteiligen oder die europäischen Institutionen zu besichtigen, und sich somit im Rahmen der Ausbildung mit der EU und ihren Insitutionen näher zu befassen. Für Lehrlinge und Schüler_innen hingegen gibt es kein Erasmus-Programm und auch selten Angebote, die EU-Hauptstadt zu erkunden. Es ist mir aber ein persönliches Anliegen, dass das europäische Integrationsprojekt alle miteinbezieht und nicht nur ein „Elitenprojekt“ darstellt. Aus diesem Grund unterstütze ich das ALDE Young Visitors Programme, welches vor allem Lehrlinge und Jugendliche, die nicht planen zu studieren, anspricht und ihnen einen Einblick in die tägliche Arbeit der EU-Abgeordneten ermöglicht.

Schnuffis Group Pic

Die vergangene Woche stand unter dem Motto „Justice & Security“. Daher organisierten wir zahlreiche Programmpunkte mit Bezug auf Sicherheit und Rechtsstaat für unsere Youngsters: Sie sprachen mit Mitarbeitern von Europol über die Bekämpfung von organisiertem Verbrechen und auch mit NGOs, die sich für Datenschutz einsetzen – unter anderem mit European Digital Rights (EDRi) und Amnesty International. Auf politischer Ebene standen Treffen mit Parlamentsabgeordneten, die sich intensiv mit Terrorismusbekämpfung und Datenschutz auseinandersetzen, auf dem Programm.

Doch auch die Kreativität der jungen Besucher_innen sollte nicht zu kurz kommen: Im Zuge eines Fotowettbewerbs (natürlich auch zum Thema „Justice & Security“) konnten sie ihre künstlerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen und ihre Bilder anschließend der niederländischen Journalistin Anne van der Schoot vorstellen.

Nachdem die anfängliche Schüchternheit in dieser sprachlich sowie kulturell so vielfältigen Gruppe überwunden war, bildete sich bald eine eingeschworene Gruppe in der die Jugendlichen viel Spaß miteinander hatten. Diese Lockerheit ermöglichte einen ungezwungen Austausch zwischen den verschiedenen Nationalitäten, die so viel voneinander lernen konnten.

Ihre politische Kompromissfähigkeit konnten sie in einem ausgezeichneten Rollenspiel im Parlamentarium unter Beweis stellen, im Zuge dessen alle Teilnehmer_innen in die Rollen der Abgeordneten des Europäischen Parlaments schlüpften und Verhandlungen über die Zukunft Europas führten.

All diese tollen Erfahrungen, die unsere Youngsters in der vergangenen Woche gemacht haben, gibt es auf der Facebook-Seite ALDE EU Week zum Nachlesen und vor allem zum Nachsehen. Diese Seite ermöglicht es den Jugendlichen in Kontakt zu bleiben und ihre Erfahrungen mit ihren Freunden zu Hause zu teilen.

Im direkten Gespräch mit Raphaela und Kerstin konnte ich die beiden aufgeweckten jungen Mädchen und ihre Interessen näher kennenlernen. Das persönliche Highlight der Woche für Kerstin war die Plenardebatte, welche das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei thematisierte, wohingegen Raphaela sich stark für den Datenschutz interessierte und den Vortrag von Europol am spannendsten fand.

Am Ende Woche wurde schweren Herzens von den neu geknüpften Freundschaften Abschied genommen und die jungen Besucher_innen flogen mit vielen neuen Erfahrungen im Gepäck zurück in ihre Heimatländer. Ich hoffe persönlich, dass diese Woche dazu beigetragen hat, ihnen die EU und die Mög­lich­kei­ten die sie bietet, näher zu bringen. Europa muss in unseren Köpfen und Herzen – besonders der jungen Menschen – verankert sein, um sein gesamtes Potential mit und für uns auszuschöpfen. Engagierte Programme wie das ALDE Young Visitors Programme tragen hoffentlich dazu bei.

Als glühende Europäerin ist es mir daher ein Privileg dieses Programm auch weiterhin zu unterstützen

Schnuffis_Angelika