« Zurück zur Übersicht

EU-Schnuppern – Rückblick auf einen gelungenen Projektstart

EUSchnuppern_AMEingang

Im Rahmen des Projekts „EU Schnuppern“ (auch hier nachzulesen) kamen diese Woche eine Gruppe von 20 jungen Menschen aus 10 verschiedenen Ländern nach Brüssel um die EU aus nächster Nähe kennenzulernen.

Unter dem Motto „connecting each other“ haben die Mädchen und Jungen im Alter von 16 bis 20 Jahren eine spannende Woche verbracht und die Europäische Union mit ihren unterschiedlichen Facetten erlebt. Auf dem Programm stand eine Bandbreite an Aktivitäten: Den Anfang markierte eine Einführungs- und Kennenlern-Runde, bei der die jungen Besucher_innen ihr Land vorstellten und mitgebrachte Souvenirs und landestypisches Essen verteilten. In den nächsten Tagen erlebten sie Ausschuss- und Fraktionssitzungen, lernten die Arbeit der Übersetzer des Europäischen Parlaments kennen, besuchten die Google Zentrale, konnten einer Abstimmung im Plenum des EU-Parlaments beiwohnen und durften während eines Besuchs des Kabinetts von Andrus Ansip, Vizepräsident der Europäischen Kommission zuständig für den „Digital Single Market“, sogar in dessen Amtssessel Platz nehmen.

 EUSchnuppern_Ansip

Doch neben den „offiziellen“ Terminen standen auch eine Reihe an Austauschmöglichkeiten und Freizeitaktivitäten auf dem Programm. Gemeinsames Pizza-Essen, Abendessen mit den Büros der Abgeordneten, Drinks in der Abgeordneten-Bar und eine Sightseeing-Tour durch die Innenstadt haben dafür gesorgt, dass diese Woche nicht nur unter dem Motto „die EU kennenlernen“ sondern auch „einander kennenlernen“ stand.

Gerade am Anfang waren viele der Besucher_innen ein wenig schüchtern, aber bereits am zweiten Tag, sah man eine eingeschworene Gruppe durchs Parlament wandern, die interessiert Anhörungen verfolgte und neugierig Fragen stellte. Die vorherrschenden Sprachbarrieren waren schnell überwunden und dem interkulturellen Austausch stand nichts mehr im Weg.

Zurückblickend auf die letzte Woche und nach den Gesprächen mit den jungen Teilnehmer_innen, vor allem mit meinen beiden Besucherinnen aus der Steiermark, bin ich unglaublich erfreut darüber, wie viel Anklang dieses Projekt gefunden hat und wie sehr es eine Bereichung für die Jungen und Mädchen, aber auch die Abgeordneten und ihre Teams war.

EUSchnuppern_Kallas

Auf die Frage am Ende der Woche, was ihnen während ihres EU-Besuches am besten gefallen hätte, antworteten die meisten: Das Treffen mit ihrer / ihrem jeweiligen Abgeordneten. „Es ist so spannend zu sehen, wie sie arbeiten. Sie sind ständig im Stress und machen viele Sachen gleichzeitig und trotzdem sind sie unglaublich nett, nehmen sich Zeit für uns und zeigen uns wie ihre Arbeit funktioniert. Das war eine tolle Erfahrung!“, erzählten zwei Besucherinnen aus Estland.

Auch Ola Aleid, eine der Besucherinnen aus Leibnitz, hat meine Arbeit und mein Büro in Brüssel in dieser Woche aus nächster Nähe kennengelernt, sich in Diskussionen eingebracht und unseren Alltag mitverfolgt. Sie hat, sagt sie, „ihre Liebe zur Politik kennengelernt“. Doch so sehr diese Woche für sie eine Bereicherung war, für uns war sie es wahrscheinlich noch mehr. Ola und ihre Kolleg_innen haben mit ihrer offenen und neugierigen Art frischen Wind in die Gänge des Parlaments gebracht und mich und andere Abgeordnete in dieser Woche an etwas erinnert, das bei manchen zwischen Ausschüssen, Veranstaltungen, Meetings und Konferenzen verloren zu gehen droht: Dass noch immer die Menschen Grund und Mittelpunkt unserer Arbeit sind.

EUSchnuppern_AMBuero

Am Ende der Woche wurde mit Wehmut von Brüssel Abschied genommen, Tränen flossen, Skype-Nummern/Namen wurden ausgetauscht und das Versprechen, miteinander in Kontakt zu bleiben. Und natürlich: Wiederkommen nach Brüssel und am besten einmal in der EU arbeiten. Die von den Teilnehmer_innen zum Teil selbst gestaltete Facebook-Seite zum Projekt ist unter „EU Week 2015“ zu finden.

Das EU-Schnuppern-Programm wird natürlich fortgesetzt und richtet sich in Österreich speziell an Lehrlinge/junge Berufstätige, die normalerweise (durch Schul- oder Studienreisen bzw. Praktika) nicht nach Brüssel kommen.